Wusstest Du…?

– dass Chilis sehr pflegeleichte Pflanzen sind?

Sie brauchen Sonne (bzw. Kunstlicht), Wärme und ab und an Wasser und Dünger. Und Liebe. 😀
Wenn man es mit Wasser und Dünger nicht übertreibt (ja, man kann Pflanzen auch kaputtpflegen), dann wachsen sie am Besten. Chilis mögen einen durchlässigen Boden und einen sonnigen Platz. Gerade C.chinense Sorten haben es dabei gern etwas wärmer, für sie ist ein Platz an der Hauswand im Kübel sehr gut. Ein dunkler Topf hilft die Wurzeln warm zu halten. Aber auch mal etwas Regen tut den Pflanzen richtig gut. Nur vor Dauerregen sollte man sie eher geschützt aufstellen.

Eine Besonderheit sind Rocotos, die mögen einen Platz, an dem es nachts etwas kühler wird, die Hauswand ist da eher der falsche Ort.

Aber auch wenn man mal einen kleinen Fehler gemacht hat – keine Angst, Chilis verzeihen einem viel. 🙂

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Letzte Aussaat 2015

Am Sonntag (25.01.15) habe ich den letzten Schwung Saatgut ausgesät.

Dabei waren einige Wildsorten, eine Baccatum und die Annuum-Sorten, sowie der erster Teil des Gemüses für dieses Jahr. Von dem ganzen Prozess habe ich außerdem ein kleines Video gemacht, in dem ich meinen Keimbox-Aufbau detailliert erkläre. Viel Spaß beim Anschauen!

clappingmarkeys Chilis 2015 #1 – Aussaat

Ich freue mich natürlich über Fragen, Anregungen, Kritik oder allgemeine Kommentare! 🙂

Die ersten Samen sind auch schon gekeimt – Gewinner ist die Jalapeño Farmers Market Potato (C. annuum)!

Die aktuelle Anbauliste, die ich natürlich regelmäßig update, findet Ihr wie immer oben in der Leiste unter Anbauliste 2015. Wenn die Gemüsesaison startet, werde ich neben den Chilis auch immer mal wieder dokumentieren, was sonst so im Garten passiert. Denn auch die Tomatillos (Physalis ixocarpa) sind bereits gekeimt.

Wusstest Du…?

– dass sich die Schärfen von Senf, Wasabi, Pfeffer, Ingwer und Chili unterscheiden?
Senf und Wasabi (und Meerrettich) wirken durch die leicht flüchtigen Senföle eher im Nasenschleimhautbereich. Die Stoffe, die hier eine Rolle spielen, gehören zu den Senfölglycosiden und den Isothiocyanaten (z.B. Allylisothiocyanat,s.u.), welche als Abbauprodukte aus den Glycosiden entstehen.

Glucosinolates.svg
Glucosinolates“ von YikrazuulEigenes Werk. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Struktur von Allylisothiocyanat
3-isothiocyanatoprop-1-ene 200“ von Emeldir (talk) – Eigenes Werk. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Dagegen enthält Pfeffer das Alkaloid Piperin, welches ähnlich wie Capsaicin wirkt, allerdings als nicht so scharf empfunden wird. Ingwer, der ebenfalls als „scharf“ empfunden wird, enthält das Alkaloid Gingerol, welches die gleichen Rezeptoren anspricht wie Capsaicin.

Piperin:

Piperin.svg
Piperin“ von NEUROtikerEigenes Werk. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Capsaicin:

Strukturformel von Capsaicin
Capsaicin 200“ von Emeldir (talk) – Eigenes Werk. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Gingerol:

Gingerol Structural Formula V1.svg
Gingerol Structural Formula V1“ von Eigenes Werk. Lizenziert unter CC-BY-SA 4.0 über Wikimedia Commons.

50 Tage nach dem Start

Heute ist der Saisonstart 50 Tage her. dafür ist bereits vieles gekeimt und wächst prächtig.

Für die Wildsorten habe ich am 10.01. noch einmal Saatgut nachgelegt, da das alte teils zu schimmeln begann. Aus dieser Nachsaat sind bereits 2x CGN24332, 1x CGN19198 und 1x CGN21502 gekeimt. Von den CGN24332 hat sich allerdings eine beim Versuch, die Samenhülle abzustreifen selbst geköpft.

Wildsorten mit schwacher Keimrate, ebenso die eigene Kreuzung

So etwas passiert leider ab und an, meistens war die Hülle dann nicht weich genug.

Von der Kreuzung ist leider bislang kein Samen aufgegangen, die erste Hälfte wurde wegen Schimmel auch schon entsorgt. Ansonsten bin ich recht zufrieden, außer von zwei Baccatum-Sorten sind überall welche gekeimt. Die werde ich nächste Woche mit den Annuum zusammen nochmal aussäen.

Aber nun zu erfreulicheren Dingen. Die Pflanzen wachsen gut.

Das erste Bild zeigt die beiden Flash-Projektsorten.
Links eine Lava Flash, rechts eine Orange Flash.

Aus Saison2015

Wirkliche Unterschiede sieht man noch nicht, der Stamm ist schön dunkel, das Blattwerk wird allerdings bei der ESL nicht wirklich dunkel. Ich muss immer auf die Nummer gucken, um zu sehen, welche welche ist. Der Hauptunterschied sind am Ende sowieso die reifen Früchte. Die Lava Flash soll zu einem dunkelviolett mit orangen Flecken reifen, während die Orange Flash orange mit violetten Farbtupfern wird.

Die geheimisvolle Blue Mystery von pepperlover.com ist zumindest schon einmal gut gekeimt (4/5). Eine habe ich aus Versehen geköpft, zwei wachsen ordentlich. Hier die schönere:

Aus Saison2015

Zum Schluss gibt es noch die beiden Rocoto Marlene Pflanzen. Zunächst die kleinere, dann die größere.

Aus Saison2015
Aus Saison2015

Zu letzterer habe ich vor ein paar Tagen im Forum noch ein Bild eingestellt, welches die gute Wurzelbildung im Kokossubstrat zeigt. Das Bild will ich Euch hier natürlich auch nicht vorenthalten.

Aus Saison2015

Bisher bin ich auch mit dem Kokossubstrat sehr zufrieden: Es ist leicht und luftig, behält aber genug Form. Allerdings muss man es konstant feucht halten und schwach düngen. Momentan nutze ich 0,2 g/L Hakaphos soft ultra (NPK 18-12-18) als Düngelösung.

Wusstest Du…?

– dass die Schärfe in Scoville gemessen wird?

1912 hat der amerikanische Pharmakologe Wilbur L. Scoville diese Skala eingeführt, um Schärfe messen zu können.
Dabei entspricht 1 SHU (Scoville Heat Unit), der Menge Wasser, die nötig ist, um 1 mL der scharfen Speise zu neutralisieren.
Beispiel: Es werden 2500 mL Wasser (2,5 L) benötigt, um 1 mL Tabascosauce zu neutralisieren. Daraus folgt eine Schärfe von 2500 SHU.

Paprika und Chilis haben Schärfen im Bereich von 0 – 2,5 Mio SHU. Die Würzsauce Tabasco hat 2500 SHU, reines Capsaicin liegt bei 16 Mio SHU.
Heutzutage wird die Schärfe nicht mehr durch Neutralisieren mit Wasser sondern in der chemischen Analytik mittels HPLC bestimmt.

Aktueller Stand am 13.01.2015

Mittlerweile ist doch schon ein beträchtlicher Teil der ausgesäten Samen gekeimt:

Aus Saison2015

Es sind hauptsächlich die Wildsorten und die eigene Kreuzung, die noch eine niedrige Keimrate haben.

Eine ganz spezielle Wildsorte möchte ich aber nochmals hervorheben, da ich hiervon den ersten Keimling habe:

Aus Saison2015

Es ist eine der beiden Capsicum tovarii, auf die ich sehr gut Acht geben werde.

Wusstest Du…?

– dass der Stoff Capsaicin für die Schärfe verantwortlich ist?

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Capsaicin 200“ von Emeldir (talk) – Eigenes Werk. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Capsaicin ((E)-N-(4-Hydroxy-3-methoxybenzyl)-8-methyl-6-nonensäureamid) ist ein fett- und alkohollöslicher Stoff, der beim Menschen den Hitzereiz anspricht. Dieser Schmerzreiz ist der gleiche wie bei einer Verbrennung. Der Körper reagiert darauf mit einer höheren Durchblutung und einer Endorphin-Ausschüttung. Deswegen fühlt man sich nach dem Chilikonsum, wenn die Schärfe langsam abklingt, sehr gut (auch „Pepper-High“ genannt).

Neben Capsaicin treten noch weitere Capsaicinoide (v.a. Dihydrocapsaicin) in Capsicum-Arten auf, die ebenfalls eine reizende Wirkung haben.

Gegen die Schärfe hilft Kühlen und das Essen möglichst fettiger Speisen (von Joghurt und Milch über Eis und Butterbrote bis hin zu Öl). Wasser dagegen hilft nicht, sondern verteilt das Capsaicin nur. Alkohol löst zwar Capsaicin, kann aber Magenreizungen unter Umständen verschlimmern.

C. tovarii

Heute habe ich nach 35 Tagen Wartezeit endlich die erste keimende Capsicum tovarii entdeckt:

Aus Saison2015

C.tovarii ist eine sehr seltene Wildsorte und ich bin wirklich glücklich, dass einer dieser doch eher schwer zum Keimen zu bringenden Samen die erste Wurzelspitze zeigt. Das Korn wird natürlich ab jetzt maximal verhätschelt. 😀

Informationen zu dieser mit C.eximium verwandten Sorte findet ihr auf der englischsprachigen Seite WildChilli.eu.

2015 startet gut!

Bislang bin ich mit dem Saisonverlauf ganz zufrieden. Fast täglich keimen neue Samen und die größeren Keimlinge wachsen fleißig und bilden ihre ersten Blattpaare.

Heute Morgen habe ich mich besonders gefreut, denn eine der bislang nicht gekeimten Capsicum eximium (Sorte: CGN 21502) zeigte tatsächlich eine kleine Wurzel.

CGN 21502 – Aus Saison2015

Dafür ist die bereits gekeimte CGN 24332 (ebenfalls C.eximium) wieder eingegangen. Sie ist im Kokos irgendwie verfault. Nun heißt es wieder warten und hoffen, dass noch eine weitere keimt. Eventuell lege ich dort auch nochmal ein paar Samen nach.

Die Projektsorten Lava Flash F4 und Orange Flash F4 machen sich derweil sehr gut. Beide haben bereits dunkel violette Stämmchen und wie es scheint verfärben sich schon die Keimblätter unter der Energiesparlampe dunkel. Die Entwicklung der beiden Projektsorten finde ich sehr spannend.

Lava Flash F4 – Aus Saison2015
Orange Flash F4 – Aus Saison2015

Wusstest Du…?

– dass es hunderte bis tausende Chilisorten gibt?

Die Gattung Capsicum ist unglaublich vielfältig und an Samen zu kommen ist echt einfach. Schau einfach mal in meine Linkliste, dort habe ich meinen Lieblingssaatguthändler semillas gelistet. Und fast keine dieser Sorten kannst du im Bau- oder Gartenmarkt kaufen.
Es gibt Chilis in rot, gelb, orange, violett, braun, gestreift, länglich, rund, glockenförmig, kegelförmig, von 0,5 cm bis Apfelgröße. Sie sind mild, superscharf oder irgendwas dazwischen. Sie schmecken süßlich, fruchtig, säuerlich oder leicht bitter.