Happy Birthday Wilbur L. Scoville

Heute vor 151 Jahren, am 22. Januar 1865 wurde der amerikanische Pharmakologe Wilbur L. Scoville geboren.

1912 entwickelte er die noch heute gültige Scoville-Schärfe-Skala. Diese funktioniert dahingehend, dass bewertet wird, wie stark eine Probe verdünnt werden muss, damit sie vollständig neutralisiert und keine Schärfe mehr feststellbar ist.

Als Beispiel: Ein Milliliter der Standard-Tabasco-Sauce mit 2500 Scoville muss mit 2500 Millilitern (2,5 L) Wasser „entschärft“ werden.

Reines Capsaicin hat etwa 16 Mio Scoville, der Rekordhalter bei den Früchten, die Carolina Reaper, liegt bei 2,2 Mio SHU (Scoville Heat Units).

Google hat heute wieder das lustige Doodle zum 150. Geburtstags Scovilles geschaltet: Doodle

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Kleftiko aus dem Steinofen

An Heiligabend musste es dieses Jahr etwas geben, was relativ wenig Vorbereitung erforderte. Da die Familie einen Steinofen (so einen für Pizza, Flammkuchen oder Brot) im Garten stehen hat und das Wetter frühlingshaft war, wurde ein Kleftiko gemacht. Das ist ein griechisches Lammgericht.

  • 1 Lammkeule mit Knochen (in ca. 5 cm dicke Scheiben schneiden lassen)
  • Kräuter (Oregano, Thymian, Rosmarin, Lorbeerblätter)
  • Salz, Pfeffer, Knoblauch, Olivenöl

Die fettige Haut von den Keulenstücken abschneiden und weglegen. Das Fleisch mit den übrigen Zutaten vermischen und in einen Bräter legen. Mit Alufolie oder einem Deckel abdecken, in den sehr heißen Backofen stellen und 6-8 Stunden garen lassen. Den E-Herd kann man nach etwa 15 Minuten auf rund 100°C herunterstellen.

Dazu passt Zucchini-Gemüse mit Reis, was gleichzeitig im Ofen gegart wird:

  • 3-4 Zucchini (in Scheiben)
  • 3-4 Zwiebeln (in Würfelchen)
  • 1 Dose Tomaten in Stücken
  • 1,5 Tassen Reis
  • 1 Tasse Olivenöl
  • 2,5 Tassen Wasser
  • 1 Zimtstange, Nelken, Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer
  • (die abgeschnittene Haut vom Lamm)

Auflaufform einfetten, erst Zucchini, Zwiebeln und Tomaten einfüllen und mit Salz und Pfeffer würzen. Darauf den Reis geben und mit Wasser und Olivenöl auffüllen. Mit der Zimtstange, den Nelken, dem Kreuzkümmel, sowie Salz und Pfeffer würzen. Wenn vorhanden, die Haut vom Lamm oben drauf legen.
Alles abdecken und zusammen mit dem Lamm garen.

Nun haben wir das ganze ja wie in Griechenland oder auf Zypern mit Steinofen gemacht. Dieser wurde rund 2,5 Stunden richtig angeheizt, dann wurden Holzscheite und Asche herausgenommen und die Formen mit Fleisch und Reis hineingestellt. Die Ofentür wurde mit Lehm abgedichtet und das Ganze 6,5 Stunden garen lassen.


Und so sah das Endergebnis aus – eine wunderbar zarte Lammkeule mit wirklich leckerem Zucchinigemüse und Reis. Dazu gab es noch ein paar Kartoffelecken.


Wildchilis

* English below *

Gestern Abend habe ich ein wenig in der Wild Chili Community auf Facebook gestöbert und bin dort auf einige Bilder von sehr seltenen Wildarten gestoßen. Der Ersteller hat sie in „freier Natur“ in Brasilien fotografiert und die Bilder auf Facebook mit uns anderen Chiliheads geteilt.

Da es so gut wie keine Bilder dieser Arten gibt, habe ich den Ersteller, Luciano, gefragt, ob ich einige seiner Bilder hier für diesen Blog verwenden und auch in die Wildarten-Seite einbinden dürfte. Und er hat zugestimmt, was mich sehr, sehr glücklich macht. 🙂

Hier also die Bilder von Arten, die es nicht zu kaufen gibt, deren Bestand auf der ganzen Welt extrem klein ist und, da auch keine Samen gesammelt werden dürfen (die Behörden sind dort streng), das wohl erst einmal auch so bleiben wird.

Capsicum schottianum
Capsicum cornutum
Capsicum sp.6 Capsicum villosum
Capsicum recurvatum

Alle Rechte bleiben bei Luciano de Andrade (Link zum Facebookprofil), die Bilder werden mit seiner Zustimmung hier genutzt.

English:

Last evening I was browsing through the Wild Capsicum Community on Facebook as I saw some pretty pictures of some of the rarest capsicum species. The photographer took them in the nature of the Brazilian Atlantic Forest and shared them with us other chili enthusiasts.

Since there are only a few pictures of those species that can be found on the internet, I asked Luciano, the photographer, if I might use some of his pics on this little blog and in its wildchili section. And, he said yes, which makes me very happy right now. 🙂

Above, you can see some of the rarest chili species.
A very big Thank You goes to Luciano for giving me permission to use the pictures!

Brutalero – Hotsauces from Croatia

English below!

Heute gibt es ein kleines Review zu Produkten, die ich als Mitbringsel aus Kroatien bekommen habe. Es handelt sich dabei um drei Hotsauces der Firma volimljuto.com. Die Seite ist leider kroatisch (ich verstehe also nix 😀 ), und habe mir die Infos von der in Englisch übersetzten Seite gesucht.

Aus WordPress

Konkret habe ich 3 verschiedene Saucen:

Vrabanero Original, Brutalero Yellow und Brutalero Smoked. Alle drei sind fermentierte Saucen, also von der Art ähnlich zu Tabasco mit Essig, Salz, Zucker und Gewürzen, nur eben aus anderen Chilis.

Die Vrabanero Original (4/5) besteht aus Habanero Red, die Brutalero Yellow (4/5) aus Bhut Jolokia Orange and Fatalii und die Brutalero Smoked (5/5) aus Bhut Jolokia Chocolate und Jamaican Hot Chocolate plus Knoblauch und Flüssigrauch.

Alle drei sind sehr intensiv im Geruch, man „riecht die Schärfe“, denn das Chinense-Aroma kommt sehr deutlich raus. Geschmacklich ist natürlich der Essig mit dabei, was ich eigentlich nicht so mag (ich mag auch keine Tabascosauce), hier ist es aber gut abgestimmt. Jede der Saucen ist auf ihre Art fruchtig und geschmacklich gut, man hat ein paar Sekunden, bis dann die Schärfe zuschlägt. Pur wirklich sehr scharf aber gut zu essen, wenn man sie auf Brot isst oder eine andere Sauce damit verschärft.

Meine Reihenfolge wäre:

  • 3. Vrabanero Original – sehr scharf, aber immer noch die mildeste. Geschmacklich die am wenigsten fruchtige.
  • 1. Brutalero Yellow – nicht ganz so scharf wie die Smoked, aber sehr fruchtig
  • 1. Brutalero Smoked – die schärfste von den dreien, tolles Raucharoma

Zweimal Platz eins, weil sie zu unterschiedlichen Dingen passen. Nicht immer passt Rauch, dann wäre die Yellow eine tolle Alternative.

Ob man diese Sachen auch nach Deutschland liefern lassen könnte, weiß ich noch nicht. Die Preise sind für handgemachte Saucen ohne künstliche Zusätze normal.

English version:

Today I have a little review on some gifts I got from my parents from their holidays in Croatia. It is about three Hotsauces from volimljuto.com, a small sauce manufacturer in Croatia. Unfortunately their website is in Croatian only, so I had to use the Google Translator to get some information.

Aus WordPress

I got three different sauces:
Vrabanero Original, Brutalero Yellow and Brutalero Smoked. They are fermented hotsauces (like Tabasco), with vinegar, salt, sugar and spices. Only the variety of chilis used vary.

The Vrabanero Original (4/5) has Habanero Red in it, while the Brutalero Yellow (4/5) got Bhut Jolokia Orange and Fatalii. The Brutalero Smoked (5/5) consists of Bhut Jolokia Chocolate and Jamaican Hot Chocolate plus some garlic and liquid smoke.

All three of them have a heavy smell of C.chinense, it’s as if you could already smell the heat. The taste is quite sour because of the vinegar and although I’m not a fan of those sour tasting sauces, those are really tasty. The vinegar isn’t as intrusive as expected. All of them have a fruity flavour and you can relax just a few seconds until the heat builds up. Very hot if eaten au naturel but on bread or mixed with other sauces they are eatable for nearly everyone.

If I had to make a listing:

  • 3. Vrabanero Original – very hot, though the mildest of the three. Regarding the taste the least fruity one
  • 1. Brutalero Yellow – not as hot as the Smoked, but definately the fruitiest.
  • 1. Brutalero Smoked – the hottest of all with a great smoky flavour

There are two in the first place, as I can imagine them being used for different occasions. If you need a smokey one, use the Smoked, if smokey wouldn’t fit to your meal, choose the fruitier Yellow!

I don’t know yet, if shipping to Germany is possible, but I’ll check that out. The prices at least are normal prices for handmade hotsauces without any additional conservatives or additives.

Chili-Schokolade

Heute gibt es mal nichts von meiner Anzucht zu sehen, sondern ich möchte Euch etwas vorstellen, was ich schon eine kleine Weile hier herumliegen habe. Mitte November 2014 fand in Köln die Schokoladenmesse „Salon du Chocolat“ statt. Neben vielen wirklich exquisiten und wahnsinnig leckeren Schokoladen und anderen Süßwaren ist mir ein Stand besonders in Erinnerung geblieben. Dort hatte ich auch eine Tafel Zartbitterschokolade mit Meersalz und Chili gekauft:

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Die Schokolade stammt aus der Manufaktur pralinhuset.se in Schweden. Die Besitzer, die am Stand vertreten waren, sind sehr nett und mit ganzer Leidenschaft dabei. Ich hatte die Schokolade vor Ort probiert, gekauft und dann ein wenig vergessen. Gestern habe ich sie dann nochmals „verkostet“.

Die 70%ige Zartbitterschokolade ist auf der Unterseite mit grobem Meersalz und Chiliflocken und -kernen bestreut:

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Bei genauerem Hinsehen sieht man sogar die Kristalle:

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Eine Ecke habe ich mal abgebrochen. Man sieht, dass der Belag tatsächlich nur oben drauf ist, der Rest ist pure Schokolade.

Aus WordPress

Und wie schmeckt sie nun?

Zuallererst merkt man eigentlich nur das Salzige, dann kommt der Zartbitterschokoladengeschmack. Die Schokolade zergeht gut im Mund und fühlt sich angenehm an. Im Abgang kommt dann eine leichte Schärfe hinzu, die allerdings auch schnell wieder verschwindet. Ich finde die Schokolade sehr harmonisch, sie ist auch für Nicht-so-scharf-Esser geeignet.

Leider gibt es die Schokolade nur innerhalb Schwedens, im Onlineshop oder im Ladengeschäft in Stockholm und günstig ist sie auch nicht. Aber einmal etwas abseits der großen Schokoladengiganten zu probieren, war es mir wert. Nun wird die restliche Schokolade Stück für Stück genossen. 🙂